Strategische Personalentwicklung

Laut der vom Institut für die deutsche Wirtschaft durchgeführten Weiterbildungserhebung, ermöglichten 2013 etwa 86 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ihren Angestellten betriebliche Weiterbildung. Dabei investierten die Unternehmen 1.320 Euro pro Mitarbeiter bzw. insgesamt 33,5 Milliarden Euro in die betriebliche Weiterbildung.

Unternehmen erhoffen sich von der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter vor allem einen größeren Geschäftserfolg und die Sicherstellung der Innovationsfähigkeit. Sie wollen darüber hinaus auch die Kompetenzen ihrer Belegschaft fördern, ihre Mitarbeiter motivieren und an sich binden. Jedes dritte Unternehmen gab in der Befragung zudem an, seine Mitarbeiter zu qualifizierten, da auf dem Arbeitsmarkt keine geeigneten Fachkräfte zu finden seien.

Der Nutzen der Weiterbildungsmaßnahmen muss sichtbar werden

Die Ergebnisse der Weiterbildungserhebung zeigen, dass Unternehmen mit ihrem Weiterbildungsangebot unterschiedliche Ziele verfolgen, die sich oft nicht vollständig mit einem monetären Gegenwert beziffern lassen.

Schaut man sich jedoch an, wie viel Geld die Unternehmen in Weiterbildungsmaßnahmen investieren, dürfte klar sein, dass diesen Ausgaben ein messbarer Nutzen entgegenstehen muss.

Genau das fällt Unternehmen jedoch oft sehr schwer. Oft wird die Personalentwicklung weder systematisch geplant noch gesteuert, es findet nur eine lose Aneinanderreihung von Einzelseminaren statt oder die Mitarbeiter können Seminare nach ihren Wünschen besuchen. In diesen Fällen lässt sich der Nutzen der Weiterbildungsmaßnahmen nicht feststellen oder er steht in keinem Verhältnis zu den Aufwendungen.

Strategische Personalentwicklung für die optimale Ausrichtung der Personalentwicklung

Damit Weiterbildungsmaßnahmen einen nachhaltigen Nutzen erreichen, müssen sie konsequent an den strategischen Unternehmenszielen ausgerichtet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Kompetenzen der Mitarbeiter auf die aktuellen und künftigen Anforderungen des Unternehmens abzielen. Die Personalentwicklung wird damit zu einem Gesamtpaket, in dem jede Maßnahme nachhaltig auf die Unternehmensziele wirken kann.

Das genaue Vorgehen zur Einführung einer strategischen Personalentwicklung sollte an die individuellen Rahmenbedingungen des einzelnen Unternehmens angepasst werden, damit sich der strategische Weiterbildungsbedarf ermitteln lässt.

In der Regel ist eine Bedarfsanalyse der Ausgangspunkt der strategischen Personalentwicklung. Hierbei werden die benötigten Qualifikationen und Kompetenzen mit den bereits vorhandenen verglichen und daraus wird der Schulung- und Entwicklungsbedarf ermittelt. Für fachliche Weiterbildungsthemen ist dieser Prozess vergleichsweise einfach. Schwieriger wird es dagegen, wenn es um die überfachlichen Themen, zur Entwicklung der sogenannten Soft Skills geht. Hier ist eine intensive Planung notwendig, was z.B. eine erfolgreiche Führungskraft ausmacht, welche kommunikative Kompetenz im Team vorhanden sein muss oder wie die Zusammenarbeit eines Teams aussehen soll.

Anschließend werden die Bedarfe mit den Mitarbeiterpotenzialen abgeglichen und daraus werden die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet. In diesem Schritt ist es notwendig, dass die Führungskräfte die Potenziale ihrer Mitarbeiter kennen. Dies kann nur dann der Fall sein, wenn regelmäßige Potenzialbeurteilungen stattfinden. So ist es wichtig, neben dem Blick auf die reine Personalentwicklung auch die Führungsinstrumente zu betrachten.

Nach der Durchführung der Personalentwicklungsmaßnahmen müssen Ergebnisse dokumentiert und ausgewertet werden. Diese Ergebnisse fließen in die weitere Potenzialbeurteilung der Mitarbeiter ein. Wird der gesamte Prozess konsequent als kontinuierlicher Prozess durchgeführt, erreichen die Weiterbildungsinvestitionen einen deutlichen Nutzen für das Unternehmen. Alle Weiterbildungsmaßnahmen werden an den Unternehmenszielen ausgerichtet und die Mitarbeiter werden entsprechende ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Potenziale optimal entwickelt. Damit erreichen Unternehmen gleichzeitig eine höhere Mitarbeitermotivation und die Bindungswirkung steigt deutlich.